Pressemeldung: Feldhase fühlt sich in Rheinland-Pfalz wohl (26.03.2018)

Im Vergangenen Frühjahr haben Jägerinnen und Jäger durchschnittlich 15 Feldhasen pro Quadratkilometer auf Wiesen und Feldern in Rheinland-Pfalz gezählt. Damit liegt die rheinland-pfälzische Populationsdichte beim Feldhasen über dem Bundesdurchschnitt von 11 Hasen pro Quadratkilometer.

 

Junghasen. Foto: Caje/LJV RLP

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nettozuwachsrate beim Feldhasen um 8,31 Prozent gestiegen. Ein warmes und trockenes Frühjahr ist „Meister Lampe“ – wie der Hase in Märchen genannt wird – von enormer Bedeutung für die Bestandsentwicklung. „Das Klima hat einen großen Einfluss auf die Feldhasenbesätze“, erklärt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). Der positive Trend zeigt sich auch in der Großlandschaft Westdeutsches Mittelgebirge, zu der auch der größte Teil von Rheinland-Pfalz gehört. Hier verzeichnete das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) Zuwächse um rund 8,57 Prozent. „Hierzulande fühlen sich Feldhasen vor allem in Rheinhessen und der Vorderpfalz am wohlsten.“

Seit Beginn der Erfassung im Rahmen von WILD im Jahr 2002 sind die Feldhasenbesätze in Rheinland-Pfalz – abgesehen von klimatisch bedingten Schwankungen – stabil geblieben. Neben dem Wetter spielt auch eine abwechslungsreiche Vegetation eine entscheidende Rolle für Feldhasen. Hasenmütter brauchen vielfältige Kräuter, um eine fetthaltige Hasenmilch zu produzieren. Diese Hasenmilch ist so nahrhaft, dass sie den Nachwuchs, der mit rund 120 Gramm auf die Welt kommt, innerhalb eines Monats auf ein Kilogramm Lebendgewicht bringt. „Haben die Hasenkinder eine gute Konstitution, verkraften sie besser widrige Witterungsbedingungen“, so LJV-Präsident Michael.

Für die Anlage von biotopverbessernden Flächen ist es wichtig, dass sie mosaikartig auf der Fläche verteilt werden. Nur vernetzte Lebensräume bieten höhere Sicherheit vor Fressfeinden. „Ein Insel-Biotop, also ein Lebensraum ohne Anschluss an andere Lebensräume, ist eine ökologische Falle“, betont Michael. Beutegreifer hätten so leichtes Spiel, denn sie wüssten aus Erfahrung, dass sie in solch einem Insel-Biotop am wahrscheinlichsten Beute machen können. „Viele Prädatoren gehören zu den Gewinnern der ausgeräumten Kulturlandschaft“, sagt der Jäger-Präsident. „Sie haben sich am besten an die vom Menschen geschaffene Umwelt angepasst und haben in deckungsarmen Landstrichen leichtes Spiel mit ihrer Beute.“


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